20 Jahre Zucht
Ein Stück Geschichte.
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20 Jahre Zucht sind eine lange Zeit, daher möchten wir hier noch ein paar Zeilen schreiben.
Vor 22 Jahren tauchten wir in die Welt der PDAE ein und Chipsy zog als erste Perrohündin bei uns ein. Keine andere Rasse hat uns je so berührt wie diese Hunde, die so oft missverstanden werden und denen ihre vermeintliche Niedlichkeit vielfach Verderben (in falschen Händen) bringt. Uns ging es nie darum, einfach Welpen in die Welt zu setzen. Ja, jeder Wurf macht Freude, aber auch viel Arbeit und die Sorge, die richtigen Plätze für jeden Welpen zu finden.
Uns ging es auch nie darum, möglichst viele Champions zu züchten. Glückliche Hunde bei glücklichen Menschen, das ist das Schönste, das einem Züchter passieren kann, zumindest sehen wir das so.
Aber was uns schon immer wichtig war, das war der Typ und der Ausdruck. Das perrotypische Glitzern in den Augen, das Signal, allzeit zu allem bereit zu sein, hoch erhobenen Hauptes und mit einer Rute, die immer „empfangsbereit“ ist.
Leya (Cana de Valdeperales), war unsere erste Zuchthündin, von der aus die Reise züchterisch begann. Hier stehen feine Hunde mit einem wunderbaren Pedigree dahinter - und haben sich vererbt, auch in Bezug auf Genetik - der wichtigere und nachhaltigere Part. Auf ihr baut die Zucht auf.
Leya hatte in ihrer Zuchtlaufbahn drei Würfe. Als Mutter tat sie ihre Pflicht, widmete sich aber schnell wieder anderen Dingen, die sie für wichtiger und sinnvoller empfand.
An ihre Nachkommen hat sie ihren hohen Arbeitswillen weiter gegeben. Ihre Souveränität und Wesensfestigkeit, die wirklich einzigartig war. Die vor nichts jemals Angst hatte, gearbeitet hat bis zum Umfallen. Wir wissen, dass wir so einen Hund wahrscheinlich kein zweites Mal bekommen werden.
Aber zumindest etwas von ihr lebt weiter hier...
Mittlerweile leben hier ihre Tochter (Bonnie †08.06.2026), ihre Enkelin (Emilia), ihre Ur-Enkelin (Goya) und ihre Ur-Ur-Enkelin (Lia)
Bonnie war aus Leya´s zweitem Wurf, die erste FDN, die blieb. Bonnie war ein Vorzeige-Perro, sie hat nichts angestellt, sie war verträglich und nett und der Blick aus ihren braunen Augen ging ganz ganz tief in das Herz hinein.
Aus dem Wurf mit Amon de los cerros del quinto und Bonnie ist Emilia geblieben. Verrückt, irre, besonders, speziell, laut, immer fröhlich, immer mit Vollgas über Tische und Bänke ;o) Ein Hund wie ein Wirbelwind - ein Sturm - Leidenschaft - Liebe - Temperament. Emilia verfügt über Arbeitseifer und ist im Temperament weiter oben angesiedelt. Unser Blitz mit den Hummeln im Hintern und einem Temperament, das an ein Vollblut auf der Rennbahn erinnert.
Aus ihrem Wurf mit Falco Siempre Irie stammt Goya, unser erster Herzenshund.
Goya ist unkompliziert, immer fröhlich und organisiert die restlichen Hunde der Familie. Als Mutter des H-Wurfes, in dem 6 Kinder das Licht der Welt erblickten, war sie eine großartige, souveräne und mehr als instinktsichere Mutter, die ihre Welpen sehr entspannt aufgezogen und bestens versorgt hat. Ein toller, strahlender, lebensfroher, knutschiger, glücklicher, lachender Wurf.
Aus unserem H-earties-Wurf haben wir Lia alias Haizea behalten. Lia - kommunikativ, nachdrücklich, clever… Kein geplanter Behalthund, sie ist irgendwie einfach „geblieben“, weil keiner sie wollte, dem einen war sie zu weiß, die nächsten Leute, die kamen, wollten einen Rüden… Lia ist quietschfidel, ein robuster kleiner Hund. Der kleine Feger ist eindeutig ein Mama Kind und der Beweis, dass es nicht immer darum geht, den besten Hund im Wurf zu behalten, wenn das Herz an einem Nudelholz hängen bleibt, dann ist das so. Circle of trust. Ein Kreis schließt sich.
Diese Würfe stehen für die Leidenschaft und Erfahrung von 20 Jahren Perrohaltung und Zucht.
Etwas an der Zucht, das uns fasziniert, ist die Weitergabe von Ähnlichkeiten und Optik, aber auch das Verhalten. Manchmal überspringt es auch ein oder zwei Generationen.
Jede Verpaarung für sich selbst war einzigartig. Die Verpaarung selbst und das genetische Potenzial ist allerdings nur ein Teil der Erfolgs-Story, einen nicht unerheblichen Anteil am Ergebnis nimmt der Umgang des Halters mit dem Hund ein.
Nicht immer erfüllt ein Wurf die in ihn gesetzten Erwartungen, aber manchmal eben doch und manchmal übertreffen die Welpen sie eben auch.
Aber letztlich, das haben wir gelernt, zählen in der Hundezucht die Damen mehr als die Männer ;o) Ein guter Rüde ist wie ein schöner Rahmen, der das Bild in seiner Wirkung verstärkt.
Auch unsere Verpaarungen sind individuell, speziell, nicht das, was man an jeder Ecke kriegt. Wir legen Wert darauf, dass es ursprüngliche Typen sind mit all dem, was man von einem Perro de Agua Español (PDAE) erwartet.
Wir sind auch nicht mit halb Deutschland verwandt, weil Papa sich einmal quer durch Deutschland hoch- und runterdeckt. Unser Tun ist hier individuell und überlegt. Statistik ist wichtig, wenn man Züchter (oder auch Deckrüdenhalter) ist. Und manchmal, manchmal muss man auch nein sagen können.
Zehn Deckakte eines Rüden bei durchschnittlich 15 Würfen im Jahr sind für eine Rasse züchterisch bedenklich. Das schränkt die genetische Vielfalt der Rasse stark ein.
Der allgemeine Rückgang der Welpenzahlen im VDH macht sich auch beim Perro de Agua Español bemerkbar. Laut der Welpenstatistik aus der aktuellen Oktober-Ausgabe von "Unser Rassehund" sank die Zahl der registrierten PDAE-Welpen im Jahr 2025 auf insgesamt 95.
Interessant, wie sich der PDAE in den letzten 10 Jahren oder mehr verändert hat.
Zucht heißt für uns „in Generationen denken“.
Und steht für uns…
Dass Zucht nicht allein dem Glück überlassen bleiben darf.
Dass man vorausschauend und langfristig plant, anstatt nur von Wurf zu Wurf zu planen und halt mal schaut, was grad „in“, „verfügbar“, „fahrbar“ oder sogar auch „bezahlbar“ ist.
Dass man auch die Vorfahren von seinem Hund „kennt“, dessen Eltern, Großeltern usw. und dass dieses „Kennen“ auch beinhaltet, sich mit den gesamten Linien und deren Vorzügen, aber auch „Baustellen“ zu beschäftigen. Es ist erschreckend zu sehen, dass manche Züchter nicht einmal die Namen der Großeltern ihres eigenen Zuchthundes kennen - geschweige denn die Generationen dahinter oder die Ahnen des Deckrüden. Das sollte zum absoluten Grundwissen gehören. Eine nachhaltige Zuchtplanung setzt voraus, dass man sich intensiv mit den genetischen Linien befasst. Ohne die genaue Kenntnis der vorherigen Generationen ist eine Zuchtplanung, die über die nächste Verpaarung hinausgeht, unmöglich. Wichtig ist auch, dass man die Fehler seiner Hunde kennt, denn sonst wird Zucht zur Farce und produziert Hunde, die der Rasse nicht gut tun. Bei manchen Verpaarungen rollen sich uns die Fußnägel hoch und wir haben Angst, auf welche glorreichen Verpaarungs-Ideen man noch kommt. Man doppelt Risiken, statt sich davon weg zu züchten.
Dass man sich in den Entscheidungen seiner Zucht nicht abhängig von Trends, Strömungen und Richteraussagen macht.
Dass man ehrlich zu sich selbst ist.
Dass man die Fähigkeit besitzt, Rückschläge und Niederlagen zu verkraften, aus Fehlern zu lernen und auch daraus etwas für die weitere Zucht mitnehmen kann.
Letztlich bringt die durchdachte und verantwortungsvolle Rassehundezucht viele Hunde, die gesund sind. Viele Hunde, die die Eigenschaften und den Typ verkörpern, die dem Rassestandard entsprechen und genetische Variationen sind die Grundlage dafür.
Offenheit und Transparenz sollten Zielführend sein. Oder?
Wir behalten unsere Mädels auch nach der Zucht, die nie an erster Stelle steht, auch wenn wir sie so ernst nehmen, wie es glauben wir nur geht. In erster Linie „leben wir mit Hunden“, das bedeutet, sie sind dabei, wann und wo immer es geht und getrennt sind wir nur im Ausnahmefall. Die Zucht kommt ganz weit dahinter, denn 1 bis 2 Würfe je Hündin sind wahrlich nicht das, was man als „Mittelpunkt des Lebens“ bezeichnen kann.
Und: wir haben das, wovon wir immer geträumt haben, erreicht. Vielleicht nicht alles in einem Hund, aber in der Summe sind wir reich beschenkt worden und dankbar für jeden Wurf und Welpen, der hier das Licht der Welt erblickt hat.
Warum das Züchten nicht leichter wird…
Nein, das beziehen wir nicht auf die rechtliche Situation, die so langsam aber sicher immer mehr Rassen den Gar ausmachen möchte und wird.
Es liegt an den Menschen selbst - die Gesellschaft hat sich verändert. Mit ihren Erwartungen, Ansprüchen, Forderungen und vor allem mit dem, was heute zunehmend fehlt: das Händchen für ein Tier - das Bauchgefühl - der gesunde Menschenverstand. Und dass mit ihnen und aus ihnen was gemacht wird. PDAES sind einfach zu schade, um als Ball spielender Familienhund an der Flexi um den Block zu tigern. Und wir glauben auch, dass PDAES immer weniger in die heutige Zeit und zu dem Typ Menschen passen, die uns jeden Tag begegnet.
So traurig es auch sein mag, aber manches lässt sich nicht verhindern.
Ein informierter Käufer schützt die Rasse, indem er auf Gesundheit, Temperament und Arbeitsfähigkeit achtet und nur bei Züchtern kauft, die in anerkannten Zuchtverbänden organisiert sind.
Das bewahrt den echten Perro de Agua Español.
Viele der gut gemeinten, aber nicht gut gemachten Gesetze, Verordnungen und Vorgaben „verdanken“ wir denen, die Hunde aus fraglichen Quellen kaufen und noch meinen, dass sie damit Gutes tun…
Zucht bedeutet Wissen. Verantwortung. Zuverlässigkeit.
Wer sich für einen Perro de Agua interessiert, sollte überlegt herangehen und ein paar grundlegenden Dinge beachten, wenn es darum geht, den richtigen Hund vom richtigen Züchter zu finden.
Grundsätzlich ist es so, dass man liebt, was man hat, selbst wenn es sich früher oder später als nicht ganz das herausstellt, was man wollte oder erwartet hatte.
Zumindest ein paar Eckdaten sollten stimmen und das ganz unabhängig vom zuchtbuchführenden Verband.
Achten Sie darauf, was die Elterntiere mitbringen und hier kann es eigentlich fast nie genug sein.
Die züchterische Betreuung unserer Rasse erfolgt direkt durch den VDH. Dieser hat in den Zuchtvoraussetzungen bei den Gesundheitsuntersuchungen „nur“ die HD-Röntgenuntersuchung als einzige Voraussetzung für die Zuchtzulassung. Wir finden, das ist zu wenig.
Aufgrund von Erbkrankheiten sollte ein PDAE vor der Zuchtzulassung folgende Untersuchungen haben: Augenuntersuchung beim DOK Arzt, vor allem auf PRA und Gonio und Gentests auf PRA und NAD.
Alle Züchter unseres Vereins lassen ihre Zuchthunde auf erbliche Augenerkrankungen untersuchen. Daher ist es auch so wichtig, dass es spezialisierte Vereine gibt. Unser Verein Spanische Wasserhunde Deutschland e.V. übernimmt die Kosten für diese Untersuchungen komplett.
Nächstes Jahr wird der Verein Spanische Wasserhunde Deutschland e.V. offiziell in den PDAE Club Deutschland e.V. übergehen.
Tests und Untersuchungen sind keine Garantie auf eine allumfängliche und dauerhafte Gesundheit, aber zumindest garantieren sie im Falle der Gentests, dass hier kein Nachkomme erkranken kann. Und auch wenn die Untersuchung der Augen nur eine Momentaufnahme ist, würden wir keinen Hund aus nicht untersuchten Elterntieren kaufen.
Seit ca. 10 Jahren führt unser Verein Gespräche mit dem VDH, um diese erweiterten Untersuchungen einzuführen, bisher erfolglos. Wir hoffen, durch den personellen Wechsel in der für uns zuständigen Betreuung beim VDH, dass bei der neuen Nachfolge diese wichtigen Gesundheitsuntersuchungen endlich verbindlich umgesetzt werden.
Hier folgen nun einige Fotos unseres „Züchterweges“ im 21. Jahr und nein, es war nicht immer ROSA und nicht immer SCHÖN und nicht immer nur NICE.
20 Jahre voller kleiner und großer Geschichten.
Kürzlich schrieb uns eine Interessentin: „Wir sind seit vielen Jahren treue Beobachter eurer Websites. Ab welchen Zeitpunkt können wir nicht mehr genau sagen, möglicherweise bereits seit 15 Jahren. Jeden Wurf haben wir begeistert mit verfolgt und bei jedem Verlust mit gelitten“.
Eure Nachrichten haben uns immer aufrichtig gefreut und uns gestärkt. Dafür danken wir Euch von Herzen!
Nach fast 700 Beiträgen auf vier Webseiten sind wir etwas müde geworden und es ist Zeit für eine Veränderung. Wir freuen uns auf das, was kommt.
Unsere Reiseplanungen schreiten voran :o)
Und: es wird spannend werden. Wir werden einige Spezialitäten auf Lager haben ;o)
Freut Euch auf grandiose Orte auf unserem Reiseblog
Ohne Dich als lebende Schlafwandlerin. Bonnie, unsere Älteste, von der wir irgendwie immer dachten, sie würde ewig leben, hat sich auf die letzte, große Reise gemacht. Du wirst hier schmerzlich fehlen. Unsere Mimi, das Schlossgespenst mit dem Steif-Gesicht. Immer in unseren Herzen. Es gibt keinen einzigen Tag ohne Dich. Du fehlst. Du bleibst. Und Du wirst immer Teil unseres Weges sein.
Auf zu neuen Ufern - und damit geht´s nun mit Vollgas in den Herbst und wir werden „neue Welten“ erobern.
In diesem Sinne - seid mutig - seid ihr selbst - seid wie Eure Hunde - „stay wild and free“.
